ESP Seat Exeo ST 2011 Betriebsanleitung (in German)
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188Fahren
Zur Wiederaufnahme der gespeicherten Geschwindigkeit, lassen Sie das
Brems- oder Kupplungspedal los und ziehen Sie den Schalter A
in Position
b.
Falls beim vorübergehenden Ausschalten keine gewünschte Geschwindig-
keit gespeichert war, können Sie eine neue gewünschte Geschwindigkeit
wie folgt speichern: Fahren Sie mit der gewünschten Geschwindigkeit und
drücken Sie dann kurz die Drucktaste ⇒ Abb. 151 B
(SET).
ACHTUNG
Die gespeicherte Geschwindigkeit dürfen Sie nur wieder aufnehmen,
wenn die Geschwindigkeit für die gerade bestehenden Verkehrsverhält-
nisse nicht zu hoch ist. Andernfalls besteht Unfallgefahr!
Anlage vollständig ausschalten
Während der Fahrt
– Drücken Sie den Hebel A
⇒ Abb. 151 in Position 2 (gerastet).
Bei stehendem Fahrzeug
– Schalten Sie die Zündung aus. Schaltgetriebe
Fahren mit Schaltgetriebe
Abb. 153 Ansicht der
Mittelkonsole: Schalt-
schema eines 6-Gang-
Schaltgetriebes
Rückwärtsgang einlegen
– Treten Sie bei stehendem Fahrzeug (Motor im Leerlauf) das
Kupplungspedal ganz durch.
– Stellen Sie den Schalthebel in Leerlauf und drücken Sie den He-
bel nach unten bis zum Anschlag.
– Drücken Sie den Schalthebel nach links und schieben Sie ihn in
die Rückwärtsgangposition, wie auf dem Schaltdiagramm des
Schalthebels dargestellt.
Der Rückwärtsgang darf nur eingelegt werden, wenn das Fahrzeug stillsteht.
Vor dem Einlegen des Rückwärtsgangs bei laufendem Motor und mit ganz
durchgetretenem Kupplungspedal ca. 6 Sekunden warten, um das Getriebe
zu schonen.
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Fahren
ACHTUNG
● Geben Sie kein Gas, wenn Sie bei stehendem Fahrzeug und laufen-
dem Motor die Wählhebelstellung verändern. Andernfalls besteht Unfall-
gefahr!
● Beachten Sie, dass beim vorübergehenden Anhalten in Wählhebel-
stellung D, S bzw. R eine geringe Kraftübertragung erfolgt. Beim Halten
ist es deshalb erforderlich, die Fußbremse entsprechend fest zu betäti-
gen, damit das Fahrzeug nicht wegrollt. Andernfalls besteht Unfallgefahr!
● Legen Sie niemals während der Fahrt den Wählhebel in die Stellung R
oder P ein - Unfallgefahr!
Wählhebelstellungen
In diesem Abschnitt werden alle Wählhebelstellungen erläu-
tert.
Abb. 155 Display: Wähl-
hebelstellung Die eingelegte Wählhebelstellung wird im Display des Kombiinstruments
angezeigt.
P - Parksperre
In dieser Stellung sind die Antriebsräder mechanisch gesperrt. Die Park-
sperre darf nur bei
stehendem Fahrzeug eingelegt werden ⇒
.
Zum Einlegen der Stellung P und zum Herausnehmen aus dieser Stellung
muss die Sperrtaste (Taste im Wählhebelgriff) gedrückt und gleichzeitig das
Bremspedal getreten werden. Dies funktioniert nur bei eingeschalteter Zün-
dung.
R - Rückwärtsgang
Beim Einlegen des Rückwärtsganges wählt das Getriebe automatisch das
niedrigste Übersetzungsverhältnis.
Den Rückwärtsgang darf nur bei stehendem Fahrzeug und Leerlaufdrehzahl
des Motors eingelegt werden ⇒
Zum Einlegen der Stellung R müssen Sie die Sperrtaste drücken und gleich-
zeitig das Bremspedal treten. In der Wählhebelstellung R leuchten bei ein-
geschalteter Zündung je nach Fahrzeugausführung ein oder zwei Rückfahr-
leuchten.
N - Neutral (Leerlaufstellung)
In dieser Stellung ist das Getriebe im Leerlauf ⇒
.
D - Dauerstellung für Vorwärtsfahrt
In dieser Stellung wählt das Getriebe das optimale Übersetzungsverhältnis
in Abhängigkeit von der Motorlast, Fahrgeschwindigkeit und dem dynami-
schen Regelprogramm (DRP).
Zum Schalten aus der Stellung N auf D muss bei einer Geschwindigkeit un-
ter 5 km/h bzw. bei stehendem Fahrzeug das Bremspedal betätigt werden
⇒
.
Sicher ist sicherHinweise zur BedienungRat und TatTechnische Daten
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Fahren
– Treten Sie das Bremspedal und halten Sie gleichzeitig die
Sperrtaste gedrückt.
Automatische Wählhebelsperre
Der Wählhebel ist in den Stellungen P und N bei eingeschalteter Zündung
gesperrt. Zum Herausschalten muss der Fahrer das Bremspedal treten. Als
Erinnerung für den Fahrer erscheint in den Wählhebelstellungen P und N im
Display des Kombiinstruments der folgende Fahrhinweis: BEIM EINLEGEN EINER FAHRSTUFE IM STAND FUSSBREMSE BETÄTIGEN.
Die Wählhebelsperre wirkt nur bei stehendem Fahrzeug und bei Geschwin-
digkeiten bis 5 km/h. Bei höheren Geschwindigkeiten wird die Sperre in der
Stellung N automatisch ausgeschaltet.
Beim zügigen Schalten über die Position N (z. B. von R nach D) wird der
Wählhebel nicht gesperrt. Dadurch wird z. B. ein „Herausschaukeln“ bei
festgefahrenem Fahrzeug ermöglicht. Befindet sich der Hebel bei nicht ge-
tretenem Bremspedal länger als etwa 1 Sekunde in der Stellung N, rastet
die Wählhebelsperre ein.
Sperrtaste
Die Sperrtaste im Wählhebelgriff verhindert das versehentliche Schalten in
einige Wählhebelstellungen. Wenn Sie die Sperrtaste drücken, wird die
Wählhebelsperre aufgehoben. In der Abbildung sind die Positionen, in de-
nen die Sperrtaste gedrückt werden muss, farblich hervorgehoben
⇒ Abb. 156.
Zündschlüssel-Abzugssperre
Der Zündschlüssel lässt sich nach dem Ausschalten der Zündung nur abzie-
hen, wenn sich der Wählhebel in der Stellung P befindet. Solange der Zünd-
schlüssel abgezogen ist, ist der Wählhebel in Stellung P gesperrt. Kick-down-Einrichtung
Die Kick-down-Einrichtung ermöglicht eine maximale Be-
schleunigung.
Gilt für Fahrzeuge mit multitronic ®
-Getriebe
Wenn Sie das Gaspedal über den Druckpunkt hinaus ganz durchtreten,
wählt das Getriebe abhängig von der Geschwindigkeit und Motordrehzahl
ein niedrigeres Übersetzungsverhältnis. Solange Sie das Gaspedal durch-
treten, wird die Motordrehzahl automatisch so geregelt, dass das Fahrzeug
maximal beschleunigt.
Gilt für Fahrzeuge mit tiptronic-Getriebe
Wenn Sie das Gaspedal über den Druckpunkt hinaus ganz durchtreten,
schaltet die Getriebeautomatik abhängig von der Geschwindigkeit und Mo-
tordrehzahl in einen niedrigeren Gang zurück. Das Hochschalten in den
nächsthöheren Gang erfolgt erst, sobald die maximal vorgegebene Motor-
drehzahl jeweils erreicht wird.
ACHTUNG
Bitte beachten Sie, dass bei glatter, rutschiger Fahrbahn die Antriebsr-
äder durch Betätigen der Kick-down-Einrichtung durchdrehen können -
Schleudergefahr!
Dynamisches Regelprogramm (DRP)
Das Automatikgetriebe wird elektronisch gesteuert. Das Getriebe Ihres Fahrzeugs wird elektronisch gesteuert. Die Wahl des
Übersetzungsverhältnisses geschieht automatisch in Abhängigkeit von vor-
gegebenen Fahrprogrammen.
Sicher ist sicherHinweise zur BedienungRat und TatTechnische Daten
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Intelligente Technik
Rat und Tat
Intelligente Technik
Elektronisches Stabilisierungsprogramm
(ESP)Allgemeines
Das Elektronische Stabilisierungsprogramm erhöht die
Fahrstabilität.
Abb. 160 Mittelkonsole
mit ESP-Schalter
Mithilfe des ESP wird die Kontrolle über das Fahrzeug in fahrdynamischen
Grenzsituationen wie z.B. beim Beschleunigen und in Kurven erhöht. Es re-
duziert unter allen Fahrbahnbedingungen die Schleudergefahr und verbes-
sert somit die Fahrstabilität des Fahrzeugs. Dies geschieht bei allen Ge-
schwindigkeiten. In das Elektronische Stabilisierungsprogramm sind das Antiblockiersystem
(ABS), die Elektronische Differenzialsperre (EDS) und die Antriebsschlupfre-
gelung (ASR) integriert.
Funktionen
Das ESP-Steuergerät verarbeitet die Daten der genannten Funktionen. Es
verarbeitet außerdem zusätzlich Messdaten, die von hochempfindlichen
Sensoren bereitgestellt werden. Diese zusätzlichen Messdaten sind die
Drehgeschwindigkeit des Fahrzeugs um seine Hochachse, die Fahrzeugqu-
erbeschleunigung, der Bremsdruck und der Lenkeinschlag.
Durch die Lenkbewegung und die Fahrgeschwindigkeit wird die vom Fahrer
gewünschte Fahrtrichtung bestimmt und fortlaufend mit dem tatsächlichen
Fahrzeugverhalten verglichen. Bei Abweichungen, wie z.B. beginnendes
Schleudern des Fahrzeugs, bremst das ESP das Rad bzw. die entsprechen-
den Räder automatisch ab.
Durch die bei der Abbremsung am Rad wirksamen Kräfte wird das Fahrzeug
wieder stabilisiert. Bei übersteuerndem Fahrzeug (Tendenz zum Ausbrechen
des Hecks) erfolgt der Bremseingriff vorwiegend am kurvenäußeren Vorder-
rad. Bei untersteuerndem Fahrzeug (Tendenz zum Schieben aus der Kurve)
am kurveninneren Hinterrad.
Das ESP arbeitet in Verbindung mit dem ABS
⇒ Seite 198. Bei einer Stö-
rung des ABS fällt auch das ESP aus.
Ausschalten
Das ESP schaltet sich beim Anlassen des Motors automatisch ein und führt
einen Selbsttest durch.
Sicher ist sicherHinweise zur BedienungRat und TatTechnische Daten
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198Intelligente Technik
Sie können das ESP bei Bedarf durch Drücken der ESP
-Taste ⇒ Abb. 160
aus- und wieder einschalten. Bei ausgeschaltetem ESP leuchtet die ESP-
Kontrollleuchte, siehe ⇒ Seite 70.
Das ESP sollte normalerweise immer eingeschaltet sein. Nur in bestimmten
Ausnahmesituationen, wenn Schlupf erwünscht ist, kann es sinnvoll sein,
das ESP auszuschalten. Beispiele:
● beim Fahren mit Schneeketten
● beim Fahren in Tiefschnee oder auf lockerem Untergrund und
● beim Freischaukeln des festgefahrenen Fahrzeugs.
Wenn die Ausnahmesituation vorüber ist, sollten Sie das ESP wieder ein-
schalten.
ACHTUNG
Die physikalisch vorgegebenen Grenzen können auch durch das ESP
nicht außer Kraft gesetzt werden. Auch bei Fahrzeugen mit ESP sollten
Sie Ihre Fahrweise stets dem Fahrbahnzustand und der Verkehrssituation
anpassen. Dies gilt besonders bei glatter und nasser Fahrbahn. Das er-
höhte Sicherheitsangebot darf nicht dazu verleiten, ein Sicherheitsrisiko
einzugehen! Andernfalls besteht Unfallgefahr!
Antiblockiersystem (ABS)
ABS verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen.
Das Antiblockiersystem (ABS) trägt wesentlich zur Erhöhung der aktiven
Fahrsicherheit bei. Es darf jedoch nicht erwartet werden, dass durch das
ABS unter allen Umständen der Bremsweg verkürzt wird. Der Bremsweg
kann z.B. auf Kies oder bei Neuschnee auf glattem Untergrund, wenn Sie
ohnehin nur vorsichtig und langsam fahren sollten, sogar etwas länger wer-
den. Funktion des ABS
Bei Erreichen einer Fahrzeuggeschwindigkeit von etwa 6 km/h läuft ein au-
tomatischer Prüfvorgang ab. Dabei kann ein Pumpengeräusch hörbar sein.
Erreicht ein Rad eine für die Fahrgeschwindigkeit zu geringe Umfangsge-
schwindigkeit und neigt zum Blockieren, so wird der Bremsdruck für dieses
Rad vermindert. Dieser Regelvorgang macht sich durch eine
pulsierende Be-
wegung des Bremspedals bemerkbar, die mit Geräuschen verbunden ist.
Dadurch erhalten Sie als Fahrer bewusst die Information, dass die Räder
zum Blockieren neigen (ABS-Regelbereich). Damit das ABS in diesem Be-
reich optimal regeln kann, müssen Sie das Bremspedal getreten lassen -
keinesfalls „pumpen“!
ACHTUNG
Auch das ABS kann die physikalisch vorgegebenen Grenzen nicht über-
winden. Dies ist insbesondere bei glatter oder nasser Fahrbahn zu be-
denken. Wenn das ABS in den Regelbereich kommt, sollten Sie die Ge-
schwindigkeit sofort den Fahrbahn- und Verkehrsverhältnissen anpas-
sen. Das erhöhte Sicherheitsangebot darf nicht dazu verleiten, ein Si-
cherheitsrisiko einzugehen! Andernfalls besteht Unfallgefahr!
Hinweis
Falls im ABS eine Störung auftritt, wird dies durch eine Kontrollleuchte an-
gezeigt, siehe ⇒ Seite 69.
Bremsassistent
Der Bremsassistent optimiert die Bremskraft. Der Bremsassistent hilft, die Bremskraft zu erhöhen und somit den Brems-
weg zu verkürzen. Wenn der Fahrer das Bremspedal sehr schnell betätigt,
verstärkt der Bremsassistent automatisch die Bremskraft maximal bis zum
Regeleingriff des Antiblockiersystems (ABS). Das Bremspedal müssen Sie
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Intelligente Technik
so lange getreten halten, bis die gewünschte Abbremsung erfolgt ist. So-
bald Sie das Bremspedal loslassen, schaltet sich der Bremsassistent von
selbst wieder aus.
Bei ausgefallenem ABS bzw. ESP steht der Bremsassistent nicht zur Verfü-
gung.
ACHTUNG
Bitte beachten Sie, dass sich das Unfallrisiko durch zu schnelles Fahren,
besonders in den Kurven und bei glatter oder nasser Fahrbahn, sowie
durch zu dichtes Auffahren erhöht. Das erhöhte Unfallrisiko kann auch
durch den Bremsassistenten nicht verringert werden. Unfallgefahr!
Elektronische Differenzialsperre (EDS)
Die Elektronische Differenzialsperre verhindert das Durch-
drehen eines einzelnen Rades.
Allgemeine Hinweise
Durch die Elektronische Differenzialsperre (EDS) wird bei sehr ungünstigen
Fahrbahnverhältnissen das Anfahren, Beschleunigen und das Bergauffah-
ren wesentlich erleichtert bzw. überhaupt erst ermöglicht.
Funktionen
Die EDS wirkt automatisch – d.h. ohne Zutun des Fahrers. Sie überwacht die
Drehzahlen der Antriebsräder mithilfe der Sensoren des ABS ⇒ Seite 198.
Wenn ein nennenswerter Drehzahlunterschied (etwa 100 U/min) festgestellt
wird (etwa auf einseitig rutschigem Untergrund), wird das durchdrehende
Rad abgebremst und damit die Antriebskraft auf die anderen Antriebsräder
übertragen. Das System funktioniert bis zu einer Geschwindigkeit von etwa
80 km/h. Dieser Regelvorgang macht sich durch Geräusche bemerkbar. Anfahren
Wenn ein Rad beim Anfahren aufgrund unterschiedlicher Griffigkeit durch-
dreht (z.B. ein Rad auf Eis), sollten Sie so lange Gas geben bis sich das
Fahrzeug in Bewegung setzt.
Erhitzung der Bremsen
Damit die Scheibenbremse des abgebremsten Rades nicht zu sehr erhitzt,
schaltet sich die EDS bei ungewöhnlich starker Beanspruchung automatisch
aus. Das Fahrzeug bleibt betriebsfähig und hat die gleichen Eigenschaften
wie ein Fahrzeug ohne EDS.
Sobald die Bremse abgekühlt ist, schaltet sich die EDS automatisch wieder
ein.
ACHTUNG
● Beim Beschleunigen auf gleichmäßig glatter Fahrbahn, z.B. bei Eis
und Schnee, geben Sie bitte vorsichtig Gas. Die Antriebsräder können
trotz der EDS durchdrehen und dadurch die Fahrstabilität beeinflussen.
Unfallgefahr!
● Auch bei Fahrzeugen mit EDS sollten Sie Ihre Fahrweise stets dem
Fahrbahnzustand und der Verkehrssituation anpassen. Das erhöhte Si-
cherheitsangebot darf nicht dazu verleiten, ein Sicherheitsrisiko einzu-
gehen! Andernfalls besteht Unfallgefahr!
Hinweis
Wenn die ABS-Kontrollleuchte aufleuchtet, könnte auch ein Fehler in der
EDS vorliegen. Bitte suchen Sie möglichst bald einen Fachbetrieb auf.
Sicher ist sicherHinweise zur BedienungRat und TatTechnische Daten
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200Intelligente Technik
Antriebsschlupfregelung (ASR)
Die Antriebsschlupfregelung verhindert das Durchdrehen
der Antriebsräder beim Beschleunigen.
Allgemeine Hinweise
Die Antriebsschlupfregelung (ASR) ist eine Komponente des Elektronischen
Stabilisierungsprogramms (ESP).
Durch die Antriebsschlupfregelung (ASR) wird bei ungünstigen Fahrbahnver-
hältnissen das Anfahren, Beschleunigen und Bergauffahren wesentlich er-
leichtert bzw. überhaupt erst ermöglicht.
Funktionen
Die Antriebsschlupfregelung (ASR) wirkt automatisch, d.h. ohne Zutun des
Fahrers. Die ASR überwacht die Drehzahlen der Antriebsräder mithilfe der
ABS-Sensoren ⇒ Seite 198. Drehen die Räder durch, wird durch automati-
sche Reduzierung der Motordrehzahl die Antriebskraft den Fahrbahnverhält-
nissen angepasst. Dies geschieht bei allen Geschwindigkeiten.
Die ASR funktioniert in Verbindung mit dem ABS. Bei Ausfall des ABS wird
auch die ASR abgeschaltet.
Hinweis
Nur wenn alle vier Räder gleich bereift sind, kann die ASR störungsfrei ar-
beiten. Unterschiedliche Abrollumfänge der Reifen können zu einer uner-
wünschten Reduzierung der Motorleistung führen. Siehe auch ⇒ Seite 259. Bremsen
Allgemeine Hinweise
Neue Bremsbeläge
Neue Bremsbeläge müssen sich erst „einschleifen“ und haben während der
ersten 200 km noch nicht die optimale Reibkraft. Die etwas verminderte
Bremskraft können Sie jedoch durch einen stärkeren Druck auf das Brems-
pedal ausgleichen. Beim Einfahren des Fahrzeugs sollten die Bremsen nicht
überlastet werden.
Abnutzung
Die Abnutzung der Bremsbeläge ist in hohem Maße von den Einsatzbedin-
gungen und der Fahrweise abhängig. Insbesondere, wenn Sie häufig im
Stadt- und Kurzstreckenverkehr oder sehr sportlich fahren.
Nässe oder Streusalz
In bestimmten Situationen, wie z.B. nach Wasserdurchfahrten, bei heftigen
Regenfällen oder nach der Fahrzeugwäsche, kann die Wirkung der Bremsen
wegen feuchter bzw. im Winter vereister Bremsscheiben und Bremsbeläge
verzögert einsetzen. Die Bremsen müssen erst „trockengebremst“ werden.
Bei einer Geschwindigkeit
über 80 km/h und bei eingeschaltetem Frontwi-
scher nähert die Bremsanlage die Bremsbeläge kurzzeitig an die Brems-
scheiben an. Dies geschieht - vom Fahrer unbemerkt - in regelmäßigen In-
tervallen und verschafft eine schneller Bremswirkung bei der Fahrt auf nas-
ser Straße.
Auch bei Fahrten auf salzgestreuten Straßen kann die volle Bremswirkung
verzögert einsetzen, wenn Sie längere Zeit nicht gebremst hatten. Die Salz-
schicht auf den Bremsscheiben und Bremsbelägen muss beim Bremsen erst
abgeschliffen werden.
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206Fahren und Umwelt
Energiesparend schalten
Eine wirksame Art Kraftstoff zu sparen ist das frühe Hochschalten: Wer die
Gänge ausfährt, verbraucht unnötig Kraftstoff.
Schaltgetriebe: Schalten Sie so früh wie möglich vom ersten in den zweiten
Gang. Unsere Empfehlung ist, dass Sie bei einer Motordrehzahl von ca.
2.000 U/min in den nächsthöheren Gang schalten. Halten Sie sich an die im
Kombiinstrument angezeigte „Gangempfehlung“ ⇒ Seite 75.
Vollgas vermeiden
Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit Ihres Fahrzeuges sollten Sie möglichst
nie ganz ausnutzen. Kraftstoffverbrauch, Schadstoffemission und Fahrge-
räusche nehmen bei hohen Geschwindigkeiten überproportional zu. Lang-
samer fahren spart Kraftstoff.
Leerlauf vermeiden
Im Stau, an Bahnschranken und Ampeln mit längerer Rotphase lohnt es
sich, den Motor abzustellen. Schon nach 30-40 Sekunden Motorpause ist
die Kraftstoffersparnis größer als die extra Kraftstoffmenge, die für das er-
neute Anlassen des Motors benötigt wird.
Im Leerlauf dauert es sehr lange, bis der Motor betriebswarm wird. In der
Warmlaufphase sind jedoch Verschleiß und Schadstoffausstoß besonders
hoch. Deshalb sollten Sie sofort nach dem Anlassen des Motors losfahren.
Vermeiden Sie dabei hohe Drehzahlen.
Regelmäßige Wartung
Mit den regelmäßig und vor längeren Fahrten ausgeführten Wartungsarbei-
ten stellen Sie sicher, dass Sie nicht mehr Kraftstoff als notwendig verbrau-
chen. Der Wartungszustand Ihres Fahrzeugs wirkt sich nicht nur auf die Ver-
kehrssicherheit und Werterhaltung positiv aus, sondern auch auf den Kraft-
stoffverbrauch.
Ein schlecht eingestellter Motor kann zu einem Kraftstoffverbrauch führen,
der 10 % höher ist als normal! Kurzstrecken vermeiden
Der Motor und die Abgasreinigungsanlage müssen ihre optimale Betriebs-
temperatur erreicht haben, um den Verbrauch und die Schadstoffemission
wirkungsvoll zu verringern.
Bei kaltem Motor ist der Kraftstoffverbrauch verhältnismäßig sehr viel hö-
her. Erst nach etwa
vier Kilometern ist der Motor betriebswarm und der Ver-
brauch hat sich normalisiert. Kurzstrecken sollten Sie deshalb nach Mög-
lichkeit vermeiden.
Reifenfülldruck beachten
Ein richtiger Reifendruck hilft Kraftstoff sparen. Bereits ein bar zu wenig
kann den Kraftstoffverbrauch um 5 % erhöhen. Zu niedriger Reifenfülldruck
führt außerdem durch den erhöhten Rollwiderstand zu einem stärkeren Ver-
schleiß der Reifen und verschlechtert das Fahrverhalten.
Prüfen Sie den Reifenfülldruck immer am kalten Reifen.
Fahren Sie Winterreifen nicht ganzjährig, denn das kostet bis zu 10 % mehr
Kraftstoff.
Unnötigen Ballast vermeiden
Da jedes Kilogramm mehr Gewicht den Kraftstoffverbrauch erhöht, lohnt
sich ein Blick in den Gepäckraum, um unnötigen Ballast zu vermeiden.
Häufig bleibt aber auch ein Dachgepäckträger aus Bequemlichkeit montiert,
obwohl er nicht mehr benötigt wird. Durch den erhöhten Luftwiderstand ver-
braucht Ihr Fahrzeug mit unbeladenem Dachgepäckträger bei einer Ge-
schwindigkeit von 100-120 km/h etwa 12 % mehr Kraftstoff als normaler-
weise.
Strom sparen
Zur Stromerzeugung treibt der Motor den Generator an. Bei höherem Strom-
bedarf steigt somit auch der Kraftstoffverbrauch. Schalten Sie also elektri-
sche Verbraucher aus, wenn Sie sie nicht mehr benötigen. Verbraucher mit
hoher Stromaufnahme sind z. B. das Gebläse auf hoher Stufe, die Heck-
scheibenheizung oder die Sitzheizung*.
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209
Fahren mit Anhänger
Fahren mit Anhänger
Fahrten mit Anhänger Technische Voraussetzungen
Die Anhängevorrichtung muss bestimmte Voraussetzungen
erfüllen. Ihr Fahrzeug ist hauptsächlich für den Transport von Personen und Gepäck
vorgesehen. Es kann jedoch auch - bei entsprechender technischer Ausrüs-
tung - zum Ziehen eines Anhängers benutzt werden.
Wenn Ihr Fahrzeug bereits werkseitig mit einer Anhängevorrichtung gelie-
fert wurde, ist alles technisch und gesetzlich Notwendige für den Anhänger-
betrieb bereits berücksichtigt.
Zur elektrischen Verbindung zwischen Fahrzeug und Anhänger besitzt Ihr
Fahrzeug eine 13-polige Steckvorrichtung. Wenn der zu ziehende Anhänger
einen 7-poligen Stecker hat, können Sie ein entsprechendes Adapterkabel
verwenden. Dieses ist bei SEAT-Betrieben erhältlich.
Der nachträgliche Einbau einer Anhängevorrichtung muss nach den Anga-
ben des Herstellers der Vorrichtung erfolgen ⇒ Seite 218.
ACHTUNG
Lassen Sie den nachträglichen Einbau einer Anhängevorrichtung nur von
einem Fachbetrieb durchführen.
● Ohne geeignetes Kühlsystem können längere Steigungen - insbeson-
dere bei hohen Umgebungstemperaturen - nicht befahren werden. Es
kommt zu einer Überhitzung des Motors.
● Bei nicht sachgemäßem Einbau droht Unfallgefahr!
Fahrhinweise
Beim Anhängerbetrieb muss einiges beachtet werden.
–
Beachten Sie die zulässigen Anhängelasten ⇒ Seite 309.
Anhängelast
Die zulässige Anhängelast darf auf keinen Fall überschritten werden.
Wenn Sie die zulässige Anhängelast nicht voll ausnutzen, können Sie ent-
sprechend größere Steigungen befahren.
Die angegeben Anhängelasten gelten nur für Höhen bis 1.000 m über dem
Meeresspiegel. Da mit zunehmender Höhe durch die abnehmende Luftdich-
te die Motorleistung sinkt und damit auch die Steigfähigkeit abnimmt, sinkt
auch die zulässige Anhängelast entsprechend. Pro angefangene 1.000 m
weiterer Höhe muss das zulässige Gespanngewicht um 10 % verringert wer-
den. Das Gespanngewicht ist das Gewicht von (beladenem) Fahrzeug und
(beladenem) Anhänger zusammengenommen.
Die Stützlastangaben auf dem Typenschild der Anhängevorrichtung sind le-
diglich Prüfwerte der Vorrichtung. Die fahrzeugbezogenen Werte, die oft un-
ter diesen Werten liegen, finden Sie in Ihren Fahrzeugpapieren bzw. auf
⇒ Seite 302. Beachten Sie auch ⇒ Seite 309.
Verteilung der Zuladung
Verteilen Sie die Zuladung im Anhänger so, dass sich schwere Gegenstände
möglichst nahe der Achse befinden. Sichern Sie die Gegenstände gegen
Verrutschen.
Die zulässige Deichselstützlast auf dem Kugelkopf der Anhängevorrichtung
sollten Sie möglichst ausnutzen, nicht aber überschreiten.
Sicher ist sicherHinweise zur BedienungRat und TatTechnische Daten
Page 212 of 331

210Fahren mit Anhänger
Reifenfülldruck
Wählen Sie den Reifenfülldruck an Ihrem Fahrzeug für den Fall „volle Belas-
tung“, siehe Reifenfülldruck-Aufkleber am Türpfosten. Berichtigen Sie ggf.
auch den Reifenfülldruck am Anhänger gemäß der Empfehlung des Herstel-
lers.
Außenspiegel
Wenn Sie den Verkehrsbereich hinter dem Anhänger nicht mit den serien-
mäßigen Rückspiegeln übersehen können, müssen Sie zusätzliche Außen-
spiegel anbringen lassen. Beide Außenspiegel sollten an klappbaren Ausle-
gern befestigt sein. Stellen Sie diese so ein, dass sie ein ausreichendes
Blickfeld nach hinten bieten.
Scheinwerfer
Überprüfen Sie vor Fahrtantritt bei angekuppeltem Anhänger auch die Ein-
stellung der Scheinwerfer. Ändern Sie ggf. die Einstellung mithilfe der
Leuchtweitenregulierung. Lesen Sie ⇒ Seite 124.
Stromversorgung
Mit dem Abziehen des Zündschlüssels ist die Stromversorgung zum Anhän-
ger unterbrochen.
Abnehmbare Kugelstange
Bei Fahrzeugen mit werkseitig eingebauter Anhängevorrichtung ist die Ku-
gelstange abnehmbar. Sie befindet sich zusammen mit einer Anbauanlei-
tung in der Reserveradmulde im Gepäckraum des Fahrzeugs.
Hinweis
Bei häufigem Anhängerbetrieb empfehlen wir, das Fahrzeug auch zwischen
den Inspektions-Intervallen warten zu lassen. Fahrhinweise
Das Fahren mit Anhänger erfordert besondere Vorsicht.
Gewichtsverteilung
Bei leerem Fahrzeug und beladenem Anhänger ist die Gewichtsverteilung
sehr ungünstig. Falls Sie dennoch in dieser Kombination fahren müssen,
fahren Sie besonders langsam.
Geschwindigkeit
Mit zunehmender Geschwindigkeit verringert sich die Fahrstabilität des Ge-
spannes. Daher sollten Sie bei ungünstigen Straßen-, Wetter- und Windver-
hältnissen die gesetzlich erlaubten Höchstgeschwindigkeiten nicht ausnut-
zen. Dies gilt insbesondere für Gefällestrecken.
Auf jeden Fall müssen Sie die Geschwindigkeit sofort herabsetzen, sobald
Sie auch nur die geringste Pendelbewegung des Anhängers bemerken. Ver-
suchen Sie keinesfalls, das Gespann durch Beschleunigen zu „strecken“.
Bremsen Sie rechtzeitig! Bei einem Anhänger mit Auflaufbremse bremsen
Sie zuerst sanft , dann zügig. So vermeiden Sie Bremsstöße durch blockie-
rende Anhängerräder. Wählen Sie vor Gefällestrecken rechtzeitig einen klei-
neren Gang bzw. eine kleinere Fahrstufe, damit der Motor als Bremse wirken
kann.
Schlingerbewegungen können durch zusätzliche Stabilisierungseinrichtun-
gen verringert werden. Bei Gespannen mit hoher Anhängelast empfehlen
wir, solche Stabilisierungshilfen einbauen zu lassen. Sie können über einen
SEAT-Betrieb bezogen und auch dort eingebaut werden.
Überhitzung
Wenn Sie bei sehr hohen Außentemperaturen eine längere Steigung in ei-
nem niedrigen Gang mit hoher Motordrehzahl fahren müssen, achten Sie
bitte auf die Kühlmitteltemperaturanzeige ⇒ Seite 62. Wenn die Nadel der
Anzeige in den rechten Skalenbereich wandert, verringern Sie sofort die Ge-
schwindigkeit. Falls die zugehörige Warnleuchte im Kombiinstrument